Jugend forscht 2015

Jugend forscht 2015:

Analyse eines Fossilfundes führte zum großen Erfolg

Preis der Bundeskanzlerin für die originellste Arbeit und Sonderpreis des VDSG – Das Bundesfinale von Jugend forscht 2015 in Ludwigshafen

 In diesem Jahr fand das 50. Bundesfinale von Jugend forscht gemeinsam mit der BASF in Ludwigshafen statt. Für die Finalrunde hatten sich 113 Projekte qualifiziert, wovon 16 Arbeiten aus dem Bereich Geo- und Raumwissenschaften stammten. Auch in diesem Jahr wiesen die Arbeiten wieder ein äußerst breit angelegtes Forschungsspektrum, was den anwesenden Bundespräsidenten Joachim Gauck sehr beeindruckte.

Erstmals seit vielen Jahren errang eine geographische Arbeit einen der drei begehrten die Fachbereiche übergreifenden Sonderpreise – in diesem Fall den Sonderpreis der Bundeskanzlerein für die originellste Arbeit. (Siehe Bericht und Bild unten.) Er ging an Florentine Mostaghimi-Gomi und Ole Keim (Hamburg) für ihr Projekt „Pygmy Hippopotamus – Analyse eines Fossilfundes in Sedimenten des Mittleren Miozäns in Westzypern“. Die Meeressedimente aus dieser ca. 15 Mio. Jahren zurückliegenden Zeit wurden zum Teil mehrere hundert Meter über den heutigen Meeresspiegel gehoben, weil dort die Afrikanische auf die Eurasische Platte stößt. woraus sich gute Bedingungen für Fossiliensucher ergeben. Während einer Mittagspause im Verlauf einer Schulexkursion fanden die beiden Preisträger in Kalksteinwänden im westlichen Teil der Insel Versteinerungen, die sie als Skelettreste eines Zwergflusspferdes identifizieren konnten. Dieser erste Fund im Bereich des europäischen Kontinents könnte helfen, den genauen Zeitpunkt zu bestimmen, zu dem die Säugetiere Zypern besiedelt haben. Die Jury war besonders beeindruckt, wie kenntnisreich die beiden Jungforscher ihren Fossilfund in die schwierige Fachdiskussion einordnen können. Sie lobte zudem das systematische und methodische Vorgehen, die umsichtig geführte Diskussion und die beeindruckende Beharrlichkeit, um dem wahren Alter des Fossils auf die Spur zu kommen. Dieser Ansatz hat zu neuen Forschungserkenntnissen über die Umweltgeschichte im Mittelmeerraum geführt. Die beiden Jungforscher erhielten zudem den Sonderpreis des Verbands Deutscher Schulgeographen (VDSG) überreicht.

Im Juni 2014 gelang es Astronomen erstmals, hochaufgelöste Bilder des noch jungen Sterns HL Tauri aufzunehmen. Der 450 Lichtjahre entfernte Himmelskörper ist von einer Scheibe aus Gas und Staub umgeben, aus der Planeten entstehen können. Von diesen Bildern wurden Patricia Asemann und Robin Heinemann (Kassel) angeregt und sie entwickelten ein computerbasiertes Verfahren, mit dem sie die Entstehung eines Planetenystems aus den Staubscheiben simulieren können. Ihre aufwendigen Simulationen zeigen auch, dass sehr große Planeten einen Zentralstern in engen Bahnen umkreisen können und wann Planeten in Zweistern-Systemen ihre stabilen Bahnen verlassen. Für Ihr Projekt „Bahndaten extrasolarer Systeme“ zur den beiden Jungforschern 1. Preis zuerkannt.

Der 2. Preis ging an Constantin Zborowska (Kerpen, Nordrhein-Westfalen) mit seiner Arbeit „Reproduktion des HR-Diagramms durch spektrale Untersuchungvon Sternen der MKK-Klassifikation“. Bei Astronomen ist das Hertzsprung-Russell-(HR-)Diagramm sehr bekannt: Werden in einem Koordinatensystem die Sterne gemäß ihrer Oberflächentemperatur und ihrer absoluten Helligkeit sortiert,so ergeben sich charakteristische Häufungen. Sterne gleichen Typs liegen dann auf einer Linie. Für die Erstellung eines solchen Diagramms sind in der Regel jedoch auwendige astronomische Geräte notwendig. Mittels geschickter Methoden gelang es Constantin Zborowska die Grundstrukturen des HR-Diagramms nachzuweisen, obwohl er nur über eine Amateurausrüstung verfügt. In seiner eigenen kleinen Sternwarte zu Hause vermaß er 65 Sterne aller wichtigen Leuchtklassen, von den sogen. Überriesen bis zu den Zwergsternen. Am Ende zeigte sein HR-Diagramm die bekannten Strukturen.

„Wärmeklau im Wohngebiet“ hatten Lukas Grosch und Julian Rühle (Quedlinburg, Sachsen-Anhalt) ihr Forschungsprojekt benannt. Ein Kühlschrank erhitzt sich auf der Rückseite, weil er die Wärme aus dem Inneren des Gerätes nach außen abgibt. Doch nicht nur zur Kälteerzeugung lässt sich dieses Verfahren nutzen, sondern auch zum Heizen. Genau dieses Prinzip wird bei den mittlerweile stark verbreiteten Wärmepumpen angewandt: Sie heizen Innenräume, indem sie den Erdboden oder die Außenluft kühlen. Die beiden Jungforscher gingen in ihrem Projekt der Frage nach, inwiefern Luftwärmepumpen das Lokalklima in einem Wohngebiet verändern. Sie berechneten Wärmebilanzen und ermittelten die Temperatur in der Umgebung einer laufenden Luftwärmepumpe. Dabei konnten konnten sie den Abkühlungseffekt ganz eindeutig nachweisen. Ihre Forderung: Nicht zu viele Luftwärmepumpen auf engem Raum installieren. Für diese Arbeit erhielten sie den 3. Preis.

Das aktuelle Thema „Beurteilung des Gefährdungspotentials für Hochwasser“ hatten Oliver Engels, Simon Jerg und Yannick Reuter (Calw, Baden-Württemberg) bearbeitet. Ausgangspunkt der Arbeit war ein außergewöhnliches Hochwasser in der Gemeinde Gechingen im Mai 2009, denn während eines Wolkenbruchs strömte das Wasser aus drei Tälern in den Ort und staute sich dort an einer Engstelle. Die drei Jungforscher fragten sich, welche Bedingungen zu einem solchen Hochwasser führen. Sie untersuchten an vielen Standorten den Boden, ermittelten, wie schnell das Wasser versickert und welche Mengen der Untergrund aufnehmen kann. Zudem bauten sie ein Geländemodell, an dem sie Hochwasser simulieren. Sie fanden heraus, dass im Fall Gechingen der Boden gesättigt ist, wenn es mehr als 250 l/m² geregtnet hat. Wenn dann nochmals 19 l/h fallen, kommt es zur Überschwemmung. Damit belegten die Jungforscher den 4. Platz und ihnen wurde zusätzlich der Sonderpreis der Deutschen Gesellschaft für Geographie (DGfG) zuerkannt.

Den 5. Platz errangen Hendrik Wolter und Carl Schoeneich (Falkensee, Brandenburg) mit ihrer Arbeit „Untersuchungen zur Moosbruchheide“. Dabei handelt es sich um eine ca. 1,3 ha große Brachfläche in Falkensee, die in Teilen bebaut werden soll. Die beiden Jungforscher nahmen die Aktivitäten einer Bürgerinitiative zum Anlass, die Ökologie des Areals genauer zu untersuchen. Sie erstellten Bodenprofile, analysierten Wasser, das in kleinen Gräben fließt, und kartierten akribisch Tiere und Pflanzen, wovon eine ganze Anzahl auf der Roten Liste der gefährdeten Arten stehen. Sie hoffen, dass damit ein Beitrag zur Rettung der Moosbruchheide geleistet werden kann.

k-JuFo2015 Teilnehmer GEO
Die Teilnehmer des Bereichs “Geo- und Raumwissenschaften” mit ihrer Jury.

Anmeldungen zur Wettbewerbsrunde 2015/16 sind ab sofort möglich; Anmeldeschluss ist der 30. November 2015. Die Einreichung der Wettbewerbsarbeit muss dann Anfang Januar 2016 erfolgen. Nähere Informationen zum Wettbewerb und zur neuen Wettbewerbsrunde unter: Stiftung Jugend forscht e.V., Baumwall 5, 20459 Hamburg, Telefon 040/374709-0, Fax 040/374709-99 oder unter www.jugend-forscht.de bzw. info@jugend-forscht.de .

In Ludwigshafen verabschiedete der Geschäftsführer der Stiftung Jugend forscht e.V., Dr. Sven Baszio, zwei Mitglieder in der Bundesjury Geo- und Raumwissenschaften: Prof. Dr. Frauke Kraas (Köln) und Volker Huntemann (Langenzenn). Beide erhielten als Dank für die langjährige ehrenamtliche Tätigkeit die Silberne Nadel der Stiftung Jugend forscht überreicht.

Volker Huntemann

Bundeskanzlerin begutachtet geographisches Forschungsprojekt

Jugend forscht-Preisträger Florentine Mostaghimi und Ole Keim (Hamburg) im Bundeskanzleramt in Berlin

 Jedes Jahr empfängt die Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel – ebenso wie ihre Vorgänger – die Preisträgerinnen und Preisträger des Wettbewerbs „Jugend forscht“ in Berlin. Diese Veranstaltung fand am 30. September 2015 statt. Hier einige Auszüge aus der Rede der Bundeskanzlerin:

„… ich heiße Sie alle ganz herzlich im Bundeskanzleramt willkommen. Dieses Jahr ist ein ganz besonderes Jahr: natürlich zum einen, weil Sie alle einen Preis gewonnen haben – das dürfte in Ihrem Leben durchaus eine gute Rolle gespielt haben -; zum anderen, weil des Bundeswettbewerb bereits zum 50. Mal stattgefunden hat. Das ist ja doch eine gewaltige Zahl. Wenn Sie diese einmal mit Ihren eigenen Lebensjahren vergleichen, dann sehen Sie, dass schon einige Generationen vor Ihnen an diesem Wettbewerb teilgenommen haben. Beides – sowohl Ihr Erfolg als auch die Tatsache, dass „Jugend forscht“ schon 50 Jahre lang besteht – liefert gute Gründe, um einfach einmal zu gratulieren.

[…]

Jede Zeit hat ihre eigenen Herausforderungen. Daher brauchen wir immer wieder talentierte junge Menschen, die sich mit wissenschaftlicher Neugier der Dinge annehmen und überlegen, was man tun kann und wie man besser werden kann. Die Neugier stachelt ja auch an; und so ein Wettbewerb stachelt noch mehr an, weil man ja auch vorne mit dabei sein will. Das heißt also: Neugier, Know-how, Ausdauer, Fleiß und zum Teil – das wissen Sie – Liebe zu akribischer Detailarbeit gehören dazu.

Ich darf ja jedes Jahr einen Sonderpreis der Bundeskanzlerin vergeben. Den erhalten in diesem Jahr Florentine Mostaghimi-Gomi und Ole Keim vom Gymnasium Heidberg aus Hamburg. Herzlichen Glückwunsch neben all den Glückwünschen, die Sie sonst schon bekommen haben. Sie haben mit Ihrem Gymnasium eine Forschungsreise nach Zypern gemacht. Mit behördlicher Genehmigung – ganz wichtig – haben Sie sich auf die Suche nach Gesteinen und Fossilien gemacht. Und es gelang Ihnen ein besonderer Fund – und zwar versteinerte Reste eines Wirbeltiers, genauer gesagt: eines Zwergflusspferdes. Dann haben Sie sich eifrig darangemacht, dem wahren Alter dieses Fossils auf die Spur zu kommen. Und das, was Sie herausgefunden und geschlussfolgert haben, war eine kleine Sensation. Warum das so ist, werden Sie mir gleich erklären.“ […] *)

(Bild: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung)

Im Monat Dezember hatten Florentine und Ole einen Termin an der Hamburger Universität, um den Zahn des Zwergflusspferdes mit wissenschaftlich gesichertem Material zu vergleichen. Dieses hat eine eindeutige Klarheit in ihren gedanklichen Strukturen gebracht. Auch wurde den beiden Jungforschern ermöglicht, durch ein spezielles Mikroskop die Kaufläche des Zahnes dreidimensional zu erfassen. Diese Technik gewährt ihnen Einblicke in Nahrung und Lebensraum des Tieres. Die exakten Ergebnisse müssen jedoch noch im Jahr 2016 mit den Wissenschaftlern vor Ort besprochen werden.

Der Verband Deutscher Schulgeographen (VDSG) und die Deutsche Gesellschaft für Geographie (DGfG) wünschen den beiden Jungforschern weiterhin viel Erfolg!

*) Quelle: Rede von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel beim Empfang der Preisträgerinnen und Preisträger des 50. Bundeswettbewerbs „Jugend forscht“ am 30. September 2015 in Berlin. In: http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Rede/2015/09/2015-09-30-rede-bkin-jugend-forscht.html (aufgerufen 20.12.2015)

Volker Huntemann

 

Verzeichnis der “Schriften”

Der Verband Deutsher Schulgeographen gibt in unregelmäßigen Abständen Publikationen heraus, nach Möglichkeit in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen. Die Schriften können – soweit verfügbar – hier bestellt werden. Bitte geben Sie die gewünschte Schrift-Nummer und Ihre Postadresse an.

Nr. 1, 1999 (aktualisiert 2001):
VDSG (Hrsg.): Satzung

Nr. 2, 1999, 2. unv. Auflage 2004:
VDSG (Hrsg.): Grundlehrplan Geographie. Ein Vorschlag.

Nr. 3, 2002:
VDSG, Landesverband Berlin (Hrsg.):
Geographie und zukunftsfähige Bildung.
CD-ROM.

Nr. 4, 1999:
Dieter Böhn, Berta Hamann:
Geowissen 1999. Dokumentation eines Wettbewerbs.
(Vergriffen)

Nr. 5, 2000:
Eberhard Schallhorn (Hrsg.): Didaktik und Schule. Dieter Richter
zum 65. Geburtstag am 18. September 2000.

Nr. 6 (noch frei)

Nr. 7, 2003:
VDSG (Hrsg.): Geowissenschaft und Globalisierung. Memorandum zur geographischen Bildung und Erziehung in Deutschland.

Nr. 8, 2005:
VDSG und Akademie für Raumforschung und Landesplanung (ARL) (Hannover) (Hrsg.): Raumplanung heute. Hintergründe, Herausforderungen, Perspektiven. Eine Handreichung (nicht nur) für den Geographie-Unterricht.

Nr. 9, 2009:
VDSG und ARL (Hrsg.): Kulturlandschaften in Geographie und Raumplanung. Eine Handreichung (nicht nur) für den Geographie-Unterricht.

Nr. 10, 2012:
VDSG und ARL (Hrsg.): Naturlandschaften. Eine Handreichung (nicht nur) für den Geographie-Unterricht.

Nr. 11, 2012:
VDSG (Hrsg.): 100 Jahre Verband Deutscher Schulgeographen. Eine Festschrift.

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Im Wortlaut

Verlautbarungen / Erklärungen

des Verbandes Deutscher Schulgeographen und benachbarter Verbände sowie für die Schulgeographie bedeutsame Texte

2016
Leitlinien zum Thema Migration im Geographieunterricht HIER

2015
Gemeinsame “Erklärung von Hannover” des Verbandes Deutscher Schulgeographen e.V., des Verbandes der Geschichtslehrer Deutschlands e.V. und der Deutschen Vereinigung für Politische Bildung e.V. gegen ein Einheitsfach “Gesellschaftslehre” HIER

Zum Image der Geographie in Deutschland. Ergebnisse einer empirischen Studie. [Seiten 48-63: "Zum Image der Geographie - Schulfach."] HIER

2014
Bildungsstandards für den Mittleren Bildungsabschluss, 8. Auflage
Deutsch: HIER
Englisch: HIER

2012
Erklärung von Pokój/Carlsruhe zum Geographieunterricht in Polen und Deutschland anlässlich der Einweihung der Büste von  Ferdinand Freiherr von Richthofen in seinem Geburtsort Carlsruhe am 7. Juni 2012 HIER

2009
Kulturlandschaft in Geographie und  Raumplanung. Schriften des VDSG, Heft 9. In Zusammenarbeit mit der Akademie für Raumordnung und Landesplanung Hannover. HIER

2008
Satzung des VDSG (Überarbeitung). HIER

2007
“Luzerner Deklaration” über geographische Bildung und Nachhaltigkeit. Deutsch: HIER
Englisch: HIER

2007
Verbesserung der Qualität der Lehrerbildung in Europa (Europäische Kommission) HIER

2006
Vereinbarung der KMK zur Gestaltung der gymnasialen Oberstufe in der Sekundarstufe II. HIER

2005
Raumplanung heute. Schriften des VDSG, Heft 5. In Zusammenarbeit mit der Akademie für Raumordnung ud Lndesplanung Hannover. HIER

Kultusministerkonferenz: Einheitliche Prüfungsanforderungen Geographie (EPA) HIER

2004
VDSG: Geowissenschaften und Globalisierung. Memorandum zur geographischen Bildung und Erziehung in Deutschland. 2., unv. Aufl., Bretten. HIER
Spanische Übersetzung dazu: HIER

Grundlehrplan Geographie. Ein Vorschlag. 2., unv. Aufl., Bretten. HIER

2003
Grundsätze und Empfehlungen für die Lehrplanarbeit im Schulfach Geographie. HIER

2002
Standards für die Grundkompetenzen in Geographie nach dem ersten Staatsexamen in Niedersachsen. HIER

2001
Wirtschaft im Geographieunterricht. HIER

2000
International Declaration on Geographical Education for Cultural Diversity (IGU/CGE) HIER

1999
Memorandum der Konferenz der Geowissenschaftlichen Fakultäten der Bundesrepublik Deutschland zur Situation der Geographie in den Schulen. HIER

1997
Nürnberger Erklärung zur Lehrerausbildung. HIER

1996
Leipziger Erklärung zur Bedeutung der Geowissenschaften. HIER

1995
Würzburger Erklärung zur Weiterentwicklung der gymnasialen Oberstufe. HIER

1994
Prager Erklärung “Unsere gemeinsame Verantwortung” (IGU). HIER

1992
Internationale Charta der Geographischen Erziehung (IGU). HIER

 

 

Bundesumweltwettbewerb

Der Bundesumweltwettbewerb wird veranstaltet vom IPN (Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften) in Kiel und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Informationen HIER.

Der Verband Deutscher Schulgeographen e.V. hat einen Sonderpreis in Höhe von 500 Euro gestiftet, der für die jeweils beste geographische Arbeit verliehen wird. BUW_Logo___________________________________________________________________________

Bundesumweltwettbewerb 2016

Neue Ausschreibung hier
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25 Jahre Bundesumweltwettbewerb 2015

009

Nicolas Lentes (Bad Kreuznach) bei der Verleihung des VDSG-Sonderpreises (2. von rechts) mit Volker Huntemann (VDSG-Referent für Schülerwettbewerbe, links), Prof. Dr. Wilfried Hoppe (Bundesjury BUW II, 2. von links) und der Kultusministerin des Landes Niedersachsen, Frau Heiligenstadt.

030VDSG-Sonderpreisträger Nicolas Lentes mit seinem Präsentationsposter.

Innovationspreis 2015

 Der

„Innovationspreis für Schulgeographie“

wird von der

Professor Dr. Frithjof Voss-Stiftung

seit 2003 alle zwei Jahre vergeben.

Er zeichnet eine Schule aus, die sich in herausragender Weise und langfristig für die  Förderung wissenschaftsnaher geographischer Bildung   einsetzt. Ausgezeichnet werden nicht Einzelpersönlichkeiten. Der Preis besteht neben einer  Dotation für den weiteren Ausbau der Geographieabteilung aus der Überlassung einer Statuette für die nächsten zwei Jahre sowie dem Prädikat „Profilschule Geographie“. Diese Bezeichnung ist auf eine Bronzetafel graviert, die bei der Schule bleibt.

"Die Schöne Gaia" - Statuette für die mit dem Innovationspreis für Schulgeogaphie ausgezeichnete Schule.

“Die Schöne Gaia” – Statuette für die mit dem Innovationspreis für Schulgeographie ausgezeichnete Schule.

Der Innovationspreis für Schulgeographie der Prof. Dr. Frithjof Voss-Stiftung 2015 wird dem Evangelischen Paul-Distelbarth-Gymnasium in Obersulm (Baden-Württemberg) zuerkannt.

Die auszuzeichnende Schule zeigt sich im Ganzen der Nachhaltigkeitserziehung verpflichtet, bietet das Fach Erdkunde in allen Jahrgangsstufen an und führt v.a. Projekte in allen Jahrgangsstufen durch, die sich mit dem Einklang von Wirtschaft und Natur, einem zentralen Anliegen der Schulgeographie, auseinandersetzen. Die Bewerbung der Schule für den Innovationspreis stellt somit zu Recht das „Projekt am Michelpark“ in besonderer Weise heraus. Dieses Projekt symbolisiert die außergewöhnliche Innovationsbereitschaft der Schule, fachübergreifend und fächerverbindend zentrale geographische Inhalte, insbesondere grundlegende geographische Arbeitsweisen im Rahmen nachhaltiger Entwicklung ihrer Schülerschaft anzubieten. Dabei wird das schülerorientierte „Lernen durch Lehren“ sachförderlich verfolgt und in den Kontext allgemeinbildender schulischer Arbeit gestellt. Zudem wird durch die Dokumentation in der Schulbibliothek der Gedanke des zukunftsorientierten Handelns nachdrücklich aufgegriffen. Nicht nur, dass die gesamte Schule hier in eine raumgestaltende Arbeit einbezogen wird, das Projekt verzahnt sich auch auf lokaler und regionaler Ebene. Dabei wird es nicht nur wissenschaftlich begleitet, sondern bindet auch kommunale, raumordnerische und naturschutzorientierte Institutionen in die Projektarbeit ein. Das schulische  „Projekt am Michelpark“  wird somit auch zu einem Ereignis der gesamten Stadt und ihrer Region. In dieser Weise vermittelt es den Lernenden einen gleichermaßen vorwissenschaftlichen Einstieg in natur- und kulturräumliche Gestaltung wie auch Einblicke in politisch kommunale Strukturen. In der Verzahnung mit weiteren schulischen Fächern, z. B. Kunst und Musik, und in der weiterführenden Organisation des Projektes zeigt sich eine äußerst lebendige, lebensnahe, ganzheitlich ausgerichtete Bildungsphilosophie der Schule. Die Erziehung zur Nachhaltigkeit wird durch das zentral verankerte Projekt und seine geographisch relevanten Implikationen in vorbildlicher Weise verfolgt. Damit weckt das Paul-Distelbarth-Gymnasium auch das Interesse für die vielfältigen Inhalte der Geographie und dies nicht nur bei der Schülerschaft, sondern auch in der Bevölkerung des Schulstandortes.

17.9.2015: Erdbeben in Chile

Starkbeben in Chile und Tsunami

17.09.2015|Potsdam: Das sehr starke Erdbeben in den Abendstunden des 16.9.2015 (Lokalzeit) traf mit einer Magnitude von 8,2 einen Teil der chilenischen Küste, der zum letzten Mal am 6.4.1943 mit fast derselben Magnitude gebebt hatte. Über die Opferzahlen und Schäden sind die Informationen noch sehr unvollständig. Es scheint aber, dass das Beben vergleichsweise glimpflich abgelaufen ist, unter anderem auch deshalb, weil die Warnungen der Wissenschaft ernst genommen wurden.

Die Nazca-Platte, ein Teil der pazifischen Erdkruste, schiebt sich entlang  der südamerikanischen Küste mit einer Geschwindigkeit von etwa 68 mm pro Jahr unter den Kontinent. Das wiederholte Verhaken und Brechen an der Grenzfläche zwischen den beiden Platten steuert diesen Prozess seit mehreren 100 Millionen Jahren. Erst 2010 hatte wenig weiter südlich der aktuellen Bruchstelle, vor der zweitgrößten chilenischen Stadt Concepcion, ein Erdbeben stattgefunden, das mit seiner Magnitude 8,8 zu den fünf stärksten Erdbeben seit dem Beginn der seismologischen Aufzeichnungen zählt. Als Folge dieses Ereignisses, das über 500 Todesopfer vor allem als Folge des dabei verursachten Tsunami forderte,  hatte der chilenische Staat begonnen, ein landesweites Netz von seismologischen und GPS-Stationen aufzubauen. Pate stand hier dabei das in gemeinsamer Arbeit mit dem Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ und französischen Partnern aufgebaute Erdbebenobservatorium IPOC in Nordchile (ipoc-network.org). „Dieses hat zum Ziel, neue Beobachtungstechnologien zu erproben und Erdbeben- sowie Vulkanprozesse zu erforschen“, sagt dazu Professor Onno Oncken (GFZ). „Der dort entwickelten Typ einer Beobachtungs- und Messstation diente als ‚Blaupause‘ für ein Netz, das inzwischen nahezu die gesamte chilenische Küste mit einer Länge von 4000 Kilometern abdeckt.“

Dieses Observatoriensystem, das von einer eigens dazu neu gegründeten staatlichen Organisation betrieben wird, konnte nun erstmals seine Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen. Das aktuelle Erdbeben triggerte einen Tsunami, vor dem sehr rasch erfolgreich gewarnt werden konnte. Die zu erwartende Höhe von drei bis vier Metern über Normalnull ist an mehreren Küstenstationen beobachtet worden, Teile der Innenstadt von Coquimbo, der größten Stadt dieses Küstenabschnitts nördlich von Valparaiso sind überflutet. Die Opferzahlen sind so knapp nach einem Ereignis zwar noch nicht bekannt , doch kann man schon jetzt davon ausgehen, dass das chilenische Tsunami-Frühwarnsystem erfolgreich funktioniert hat und die Evakuierung von der Bevölkerung erfolgreich umgesetzt wurde.

Eine Abb. zur Modellierung des Tsunami-Ausbreitung im östlichen Pazifik finden Sie hier:

http://www.gfz-potsdam.de/medien-kommunikation/mediathek/bildarchiv/erdbeben-in-chile/

Abb. und Information zu Lage und Stärke des Hauptbebens: http://geofon.gfz-potsdam.de/eqinfo/event.php?id=gfz2015sfdd

Nachbebenaktivität: http://geofon.gfz-potsdam.de/eqinfo/list.php

Wie verhalte ich michbei Starkbeben und Tsunami? http://www.gfz-potsdam.de/medien-kommunikation/aktuelle-erdbebeninformationen/


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Franz Ossing

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Wettbewerb “Diercke iGeo” 2015

Logo iGeo

Mit dem Bundesfinale am 13. und 14.11.2015 in Braunschweig ist der diesjährige „Diercke iGeo“ Wettbewerb erfolgreich zu Ende gegangen. Damit steht auch  die Nationalmannschaft für die Weltolympiade „iGeo“, die im August 2016 in Peking stattfindet. Diese besteht aus

-         Sebastian Bürger aus Sachsen (1. Platz)

-         Pascal Semper aus Sachsen (2. Platz)

-         Max Wiest aus Sachsen-Anhalt und Samuel Höing aus Niedersachsen (beide Platz 3).

Die Schüler wollen an die Erfolge der „iGeo“ 2014 in Kraków anknüpfen, bei der das Team Germany drei Silbermedaillen und eine Bronzemedaille erkämpfte und erstmals jeder deutsche Schüler eine Medaille erhielt. Wir drücken dem Nationalteam die Daumen!

Der Wettbewerb „Diercke iGeo“ wird auf nationaler und internationaler Ebene von den Sponsoren Westermann Schulbuchverlag, Deutsche Gesellschaft für Geographie (DGfG), Verband Deutscher Schulgeographen (VDSG) und Deutsche Bank unterstützt.

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Hier ein Bericht des Organisationsleiters Dr. Wolfgang Gerber (Leipzig), dem 2. Vorsitzenden des VDSG:

Das Team Germany steht für die iGeo 2016 in Peking bereit

15 Jungen und zwei Mädchen, die Landessieger der ersten Stufe des Wettbewerbes „Diercke iGeo“ und die Bestplatzierten des Wettbewerbes „Diercke Wissen“ der letzten zwei Jahre, trafen sich am 13./14. November 2015 zum Bundesfinale in Braunschweig. 347 Schülerinnen und Schüler aus 13 Bundesländern nahmen am Wettbewerb teil.

Am Freitag wurden eine Klausur und ein Wissenstest absolviert, am Samstag eine letzte Klausur geschrieben, alles in englischer Sprache. Dann standen die Sieger fest und damit auch die vier Besten, die die Nationalmannschaft für die Geographie-Weltolympiade „iGeo“ im Sommer 2016 in Peking bilden.

Den Bundessieg errang Sebastian Bürger aus Torgau (Sachsen). Zweiter wurde Pascal Semper aus Burgstädt (Sachsen), der 2014 den Wettbewerb „Diercke Wissen“ gewann. Max Wiest aus Magdeburg (Sachsen-Anhalt) und Samuel Höing aus Leer (Niedersachsen) belegten gemeinsam den dritten Platz.

Herzlichen Glückwunsch den Siegern und Platzierten!

So knapp wie dieses Jahr waren die Punkteabstände bei einem Bundesfinale noch nie. Das zeigt die große Leistungsdichte der Finalteilnehmer und die gute Arbeit unserer Geographiekolleginnen und –kollegen in den Schulen.

Allen, die zum Gelingen der beiden Stufen des Wettbewerbes beigetragen haben, sei herzlich gedankt. Das sind in erster Linie die Mitglieder des iGeo-Aufgaben-Teams Gerlinde Moschin (Berlin), Werner Wallert (Göttingen), Christoph Zwißler (Leipzig), Ronny Birnstein (Chemnitz), Johannes Budde (Köln), Tom Fleischhauer (Jena) und Wolfgang Gerber (Leipzig), die den Wettbewerb organisieren und die Aufgaben erstellen. Gedankt sei allen Landesbeauftragten, die in der ersten Wettbewerbsstufe sehr engagiert gearbeitet haben, sowie natürlich allen Geographielehrerinnen und –lehrern, die mit ihren Schülern am Wettbewerb teilnahmen und alle Arbeiten korrigierten.

Ohne die Sponsoren würde der Wettbewerb nicht stattfinden können. Dem Westermann Schulbuchverlag, der DGFG, dem VDSG und der Deutschen Bank (Filiale Leipzig-West) sei für ihre finanzielle Unterstützung recht herzlich gedankt. Ein ganz besonderes Dankeschön gebührt den beiden Produktmanagern des Westermann Schulbuchverlages, Sebastian Schlüter und Catharina Vater, die in Braunschweig die Verbindungen knüpften.

Das gesamte Bundesfinalteam war in der neuen Jugendherberge Braunschweig untergebracht und führte dort auch den Wettbewerb durch. Alle waren angetan von der gastfreundlichen Atmosphäre in diesem Haus und von den sehr freundlichen und hilfsbereiten Mitarbeitern. Vielen Dank für alles, wir kommen bestimmt mit den Bundesfinalteilnehmern 2017 wieder in diese Jugendherberge.

Wie geht es weiter? Unsere vier Olympioniken werden bis zum Trainingslager im Frühjahr 2016 in Leipzig weiter fachlich betreut. In Leipzig werden sie dann direkt auf den Wettkampf in Peking vorbereitet. Hier kommt es dann auch zu Fieldwork-Aktivitäten, die in Peking neben sechs bis acht Klausuren und dem Multimediatest auf dem Programm stehen. Von der iGeo 2014 in Kraków, an der zuletzt ein deutsches Team teilnahm, kehrten alle Teilnehmer mit einer Medaille zurück. Wir können auch für Peking wieder zuversichtlich sein, dass die Deutschen zu den besten Geographieschülern der Welt gehören werden, denn die Leistungen in Braunschweig waren sehr vielversprechend. Es war wohl vom Niveau der abgelieferten Arbeiten her das bisher niveauvollste Bundesfinale.

Im September 2017 fällt der Startschuss für den neuen „Diercke iGeo“-Wettbewerb. Alle Schülerinnen und Schüler sind aufgerufen daran teilzunehmen.

Informieren Sie sich bitte rechtzeitig auf der Homepage des VDSG: www.erdkunde.com.

Ihr Wolfgang Gerber
(2. Vorsitzender des VDSG)

Die Finalteilnehmer beim Gruppenphoto....

Die Finalteilnehmer beim Gruppenphoto….

… und dann ging’s an die Arbeit.

So sehen Sieger aus: Sebastian Bürger, Pasacal Semper, Max Wiest (von links) mit Wolfgang Gerber (2. von links). - Leider nicht auf dem Bild: Samuel Höing.

So sehen Sieger aus: Sebastian Bürger, Pasacal Semper, Max Wiest (von links) mit Wolfgang Gerber (2. von links). – Leider nicht auf dem Bild: Samuel Höing.

Sie sorgten für die Vorbereitungen und den reibungslosen Ablauif des Bundesfinales iGeo2015: Werber Wallter, Ronny Birnstein, Christoph Zwißler, Gerline Moschin, Wolfgang Gerber, Johannes Budde, Tom Fleischhauer (von links).

Sie sorgten für die Vorbereitungen und den reibungslosen Ablauf des Bundesfinales iGeo2015: Werner Wallert, Ronny Birnstein, Christoph Zwißler, Gerline Moschin, Wolfgang Gerber, Johannes Budde, Tom Fleischhauer (von links).

(Alle Bilder: Jürgen Neumann)

 

 

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